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André Stern: Spielen, um zu fühlen, zu lernen und zu leben

Beobachtungen von einem, der nie aufgehört hat zu spielen

Wir erwarten von Anfang an von Kindern, dass sie Fortschritte machen und somit den Blick auf das Werden richten. Dabei vergessen wir und sie, den Blick auf das Sein zu behalten

S.6 des Buches

„Du spielst ja nur!“

Ist Spielen ein wichtigeres Bedürfnis als Trinken? Darf man Spielen respektlos stoppen? Wie konnte Spielen so degradiert werden, dass die meisten Menschen sich legitimiert fühlen, es anderen, als wichtiger eingestuften Beschäftigungen zu opfern? (…)

Beobachten Sie die unglaubliche Ernsthaftigkeit des Kindes beim freien Spielen! Seine Ausdauer, seine unendliche Konzentrationsfähigkeit, seine Fähigkeit, über seine eigenen Grenzen hinaus zu wachsen. Das alles hat es aber bei auferlegten Tätigkeiten nicht. (…)

Spielen und Lernen bilden eine untrennbare Einheit (…).

Statt also wahrzunehmen, wie viele neue, unerwartete Dinge das Kind täglich begreift, statt ehrfürchtig dieser unaufhaltsamen, exponentiellen, umwerfenden Entwicklung beizuwohnen, behandeln Erwachsene Kinder als unfähige Wesen, die man fördern und motivieren müsse. Und so übt sich jeder als Lehrer und findet es auch nie zu früh, mit dem Unterricht anzufangen. (…)

Für ein Kind, das selbstbestimmt spielen und lernen darf, ist Leistungsdruck hingegen unverständlich, denn es wächst in der Erfahrung auf, allem Neuen in einem Zustand der Begeisterung zu begegnen.

Wir haben die Synonyme Spielen und Lernen nicht nur getrennt, sondern an entgegengesetzten Enden der Ernsthaftigkeitsskala positioniert.

Seite 9ff des Buches

Am Anfang war das Spiel

Wenn ich von Spiel spreche, meine ich das freie Spiel, das dem eigenen Denken des Kindes entspricht. Andere Spiele sind „ernste“ Spiele, die auch Erwachsenen erlaubt sind. Dazu gehören Schach, Tennis, Fußball oder Klavier. Und dann gibt es noch Spiele zum Zeitvertreib (….) wie Kreuzworträtsel, etc. (…)

Bei Erwachsenenspielen geht es eigentlich immer darum, zu gewinnen. (…) Beim freien kindlichen Spiel geht es nie darum, „zu gewinnen“. Man spielt nicht gegeneinander, sondern miteinander. Oder man spielt mit sich und der Welt.

Eine weitere deutliche Unterscheidung besteht darin, dass Erwachsene durch das Spiel häufig versuchen, Abstand von ihrem Alltag zu nehmen. Das ist genau das Gegenteil dessen, was das Spiel für das Kind ist: Es ist die direkte Art, sich mit dem Alltag, mit sich und der Welt zu verbinden. (…) Es macht aber nicht immer „Spaß“, wie wir von manchen Spielen erwarten, denn es bedeutet für das Kind oft viel Anstrengung (…).

Spielen bedeutet auch, sich etwas anzueignen – es ist unser intellektuelles Verdauungssystem. Sobald ein Kind etwas Neues erfahren hat, spielt es dies sofort, um es sich zu eigen zu machen, um es vom Konzept zum Fassbaren übergehen zu lassen. (…)

Erst wenn wir die Erfahrung gemacht haben, dass das Neue die Gefahr beinhaltet, abgeprüft zu werden, bevor wir es verstanden und verinnerlicht haben, beginnen wir, uns davor zu fürchten. (…)

Der Drang zu spielen ist bei Kindern viel stärker als die anderen Bedürfnisse oder Befindlichkeiten. (…) Der Drang zu spielen ist bei Kindern sogar stärker als Hunger und Durst. (…)

Beobachtet man diese unglaubliche Ausdauer (die kein Erwachsener hätte), diese totale Konzentration und Beteiligung, diese bedingungslose Ernsthaftigkeit – diese pure, unbeachtete, unbeleuchtete Urkraft des Kindes -, wird man einfach unwiderstehlich und unmissverständlich gepackt. Man beginnt, Vertrauen in die Kraft des Kindes zu haben. (…)

Versunken in ihrem Spiel, ohne es zu merken, wachsen Kinder über Grenzen hinaus, die sie niemals überwinden würden, wenn man es ihnen befähle.

Wir kommen nicht mit einem genetisch programmierten Gehirn auf die Welt, unser Gehirn wird auch nicht wie ein Muskel durch Training größer, sondern es entwickelt sich dort, wo wir es mit Begeisterung nutzen. (…)

Seit jeher glauben wir, wir würden mit der Zeit besser, wie guter Wein, der mit den Jahren reift, wir würden nach und nach Fähigkeiten und Kompetenzen zulegen. Jetzt erfahren wir, dass es genau umgekehrt ist, dass wir als Potenzialbomben auf die Welt kommen – Kinder können alles lernen und alles werden, und das ist ihnen bewusst -und dass wir in den ersten Monaten unseres Lebens dieses ganze Potenzial in den Wind säen. Nach Darwinscher Manier entwickeln sich nur die wenigsten unserer Fähigkeiten, und zwar diejenigen, die unsere Weltordnung verlangt, die anderen werden nicht in Anspruch genommen, verkümmern und verschwinden. So werden wir aber nie die, die wir hätten werden können. (…)

Es stellt sich also heraus, dass die Hüter unseres Potenzialmeeres die Kinder sind.

S. 20ff des Buches

Jedes Kind ist genial

Mit der Zeit verzichtet ein Kind dann immer auf die eigenen Impulse und Prozesse und übernimmt die, die man ihm auftischt, weil genau diese bei seinen Eltern oder anderen Bezugspersonen gut ankommen. (…)

Es geht darum, dass jedes Kind in seiner Einzigartigkeit gesehen udn wertgeschätzt wird – dann wird es sich auch entwickeln.

S 44 des Buches

Spielen in der weiten Welt

Kinder sind die sozialsten Wesen, die es gibt. Sie kommen auf die Welt mit idealen Eigenschaften: Sie haben offene Sinne, sie sind unvoreingenommen, sie sind neugierig, sie urteilen nicht – sondern sie nehmen die Dinge, wie sie da sind, und begegnen Neuem mit Interesse.

S. 47

Erwachsene, die miteinander und mit Kindern spielen, sind selten (Beispiel: am Strand). Es geht aber (Beispiel: etwas aus einer Verpackung machen).

Irgendwann gesellt sich zum Spiel die Nützlichkeit. Es ist noch ganz Spiel, und schon ein Übergang zum Begriff „Arbeit“.

S. 60 des Buches

Das ist für Kinder dann sehr befriedigend.

Der richtige Zeitpunkt

Über geplante (Kaiserschnitt-)Geburten:

Das eigentliche Problem ist, dass jungen Eltern eingetrichtert wird, dass weder die Mutter noch der Vater noch die Natur noch das Kind wissen können, „wie es am besten geht“, und dass es sogar gefährlich ist, das Ganze nicht von Anfang an der akademischen Medizin anzuvertrauen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für irgendetwas im Leben? Wer weiß das schon. (…) Das natürliche Spiel ist das Einzige, das immer gerade der aktuellen Entwicklungsstufe des Kindes entspricht. (…)

Nie wurde mir das Gefühl vermittelt, dass etwas nicht meinem Alter entspräche – oder dass ich dieses oder jenes „erst später“ verstehen oder erklärt bekommen würde. Und es wurde mir nie gesagt oder zu spüren gegeben, dass ich dieses oder jenes „jetzt“ nicht mehr tun sollte, dass ich für dies oder jenes nun zu alt sei. Ich musste mich nie mit unaktuellen Dingen auseinandersetzen, nach dem Motto „Was du heute nicht lernst, lernst du morgen nimmermehr“. Ich hatte mich auch nie zu zwingen, Dinge zu lernen, die ich nicht brauchte, mit der Begründung, dass ich „später vielleicht froh“ sein würde, sie gelernt zu haben. (…)

Es gibt also keinen richtigen Zeitpunkt zum Lernen, es gibt nur eine Aktivierung unserer emotionalen Zentren – oder keine. (…)

Ich wurde immer als vollgültiger Mensch in einer vollgültigen Entwicklungsstufe wahrgenommen und respektiert.

S. 64f

Lustig findet er, dass es für viele ein großer Unterschied ist, ob sie etwas mal gelernt haben und heute wieder vergessen (das ist sozial anerkannt), oder ob sie es niemals gelernt haben, obwohl das Ergebnis heute das selbe ist.

Wenn das Kindsein gewürdigt und nicht zerstört wird, bleibt dieser Zustand der unendlichen Neugier, des bedingungslosen Vertrauens, der unbeirrbaren Aufmerksamkeit, der totalen Aufgeschlossenheit erhalten.

Seite 67

Über Pubertät:

Man hilft gerne, schwere Möbelstücke zu tragen, weil man Freude daran hat, jetzt zu denen zu gehören, die schwere Lasten tragen können – man freut sich der neuen Verantwortung.

Seite 72

Die Offenheit des Herzens

Der Unterschied in der Behandlung zwischen Kindern, „Erwachsenen“ und Senioren ist mir schon immer rätselhaft gewesen. (…)

Ich habe in ständigem Kontakt und Austausch mit anderen Menschen gelebt, manche waren jünger, manche älter. Die gegenseitige Bereicherung ergab sich gerade aus diesem vielfältigen und kosmopolitischen Umfeld. Ich durfte meine Freunde wählen, so wie auch sie mich gewählt haben. Das Leben, unsere Wege, Interessen und Fähigkeiten führten uns zusammen – Wahlgemeinschaften also, Gemeinschaften aus Gemeinsamkeiten. (…)

Nicht die Daten des Personalausweises führen die Menschen zusammen, sondern ihre Interessengemeinschaften und die Möglichkeit, durch das Zusammen kommen vieler Kompetenzen größere Ziele zu erreichen. Die anderen sind keine Konkurrenten sondern mögliche Partner für Synergien. Das bedeutet das Ende des Gegeneinanders und die Rückkehr des Miteinanders.

S. 81f

Begeisterung statt Bedienungsanleitung

(…) Ich durfte dort üben, wo ich aus Begeisterung schon gut war, damit ich noch besser würde. Im Lauf meiner Geschichte konnte ich dann erfahren, dass die gelebte Begeisterung eine Nebenwirkung besitzt: Die Kompetenz. Und dass diese Kompetenz auch eine Nebenwirkung hat: Den Erfolg.

S. 86

Beispiel „Kuscheln erst bei guten Noten“:

Das ist das Modell „Liebe gegen Leistung“, weit verbreitet. Vielen Eltern ist es gar nicht bewusst, was sie da machen, weil sie es selbst nur so erfahren haben. Kinder aber fühlen sich in ihrem Ich schlecht, weil sie zwischen sich und der schlechten Note keine Trennung sehen.

Für mich ist es einfach nicht logisch, dass, wenn das Resultat von der Zusammenkunft eines Schulsystems und eines Kindes ungünstig ist, der Fehler immer wieder und nur beim Kind gesucht wird. (…)

S 88

Die Ernsthaftigkeit der Kindheit

Solange die Menschen ihren Blick auf das Spiel, also seine Bewertung nicht verändern, bleibt es für alle etwas nicht wirklich Ernstes. Ich plädiere nicht dafür, das Leben nicht ernst zu nehmen: Es geht darum, dass man das Spiel ernst nimmt!

S. 95

Ein Kind kann mit einem Apfelkern spielend alles daraus machen – die Postkarte zum Muttertag nach Erzieherinnenanleitung ist dagegen peinlich.

Wenn schon gekauft, dann möglichst naturgetreu, und nicht kindlich verzerrt!.

Gebt Kindern nur Bücher, mit denen ihr selbst gerne in der Öffentlichkeit gesehen werdet…

Wie wir mit Kindern sprechen:

Es gibt einerseits jene Art der Ansprache, die aus Befehlen und Drohungen besteht. Das ist pure, von oben nach unten gehende Machtausübung – insbesondere Kindern gegenüber, die allen Menschen stets auf gleicher Augenhöhe begegnen. So würde heute niemand mehr mit seinem Lebenspartner sprechen – nur noch mit den Kindern!

Es gibt auch eine viel weniger auffällige, dennoch nicht weniger schlimme Art der Ansprache: die ironische [damit meint er den „kindgemäßen“ Tonfall, die simple Wortwahl, die Verniedlichung durch Vokaldehnung] (…)

Ich war 23 Jahre alt. Hätte er so mit mir gesprochen, hätte ich gedacht, dass er mich für vollkommen bescheuert hält.

Und von Kindern wird erwartet, dass sie etwas ertragen, das wir nicht annehmen würden? weil es angeblich süß und niedlich ist oder gar als angepasst gilt? (…)

In beiden Fällen ist es eine deutliche Ausgrenzung. Das ist das Schlimmste, was wir empfinden können. (…)

Kinder wollen dazugehören. Sie sehen sich diese Welt voller Verschiedenartigkeiten an und wollen Teil davon sein. (…) Die Gruppe, der sie angehören wollen, sind wir. Aber mit dieser unserer Ironie ihnen gegenüber geben wir ihnen das Signal, dass sie noch nicht zur Gruppe Menschen dazu gehören, mit welcher wir „normal“ reden und handeln.

S. 98ff

In dieser Gesellschaft, die momentan einen täglich schnelleren, höheren, leistungsorientierteren Lebensstil predigt, erleben wir eine Eskalierung der pädagogischen Absichten und eine Vermarktung der Kindheit. Unsere letzte Freiheit bleibt es aber, uns zu verändern, Überzeugungen zu haben und danach zu leben.

Abrüstung und Rückkehr zum Wesentlichen beginnen mit unserer Haltung dem Kind gegenüber. Weniger ist mehr.

Weniger Ironie.

Weniger Material.

Weniger „Angpasstes“ oder „Vorbereitetes“

Weniger Absicht

Mehr Authentizität

Mehr Gemeinsamkeit

Mehr Ehrlichkeit

Mehr Vertrauen

Wer sollte damit anfangen, wenn nicht wir?

S. 100

Kinder haben unglaubliche Detektoren für Hintergedanken. Sie sind loyal, nicht naiv. Wenn sie tun, als ob sie unsere Lügen glaubten, dann nur aus Loyalität.

S. 101

Eroberung der Welten

Die Weltoffenheit des Kindes ist eine unserer hervorragenden angeborenen Veranlagungen. Das Kind geht auf die anderen zu, mit offenen Armen und offenem Herzen, ohne Vorurteile.

S. 106

Jahrzehnte, fast Jahrhunderte der Konditionierung bestimmen heute noch unseren allgemeinen Misstrauensantrag an die Kindheit. Unsere Gesellschaft nimmt Kinder nicht ernst, gleichwohl ob dabei die feinsten Gefühle des Menschen zertreten werden.

S. 115

Wo wir umdenken müssen

Nicht Abnabelung, sondern Bindung ist Autonomiefaktor Nummer eins. (…)

Ge-und Verbote sind kein Training für das spätere Leben!

Peergroups sind nicht die wesentliche Orientierung für das Kind!

Kinder wollen keine geschlossene Gesellschaft von Altersgenossen, sie wollen in die weite Welt hinaus.

Wir kommen nicht unperfekt zur Welt – wir werden es.

Jedes Kind will ein Held sein

S 126f
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Selbständiges Spiel

Spielerisch in die Zukunft

Wie retten wir das Lebendige und nicht „nur“ das Leben?

Unter dem Vorwand, möglichst viele Leben in der Corona-Krise retten zu wollen, riskiert man das Lebendige und damit wiederum das Leben. Eines vorab und unmissverständlich: Jedes einzelne Leben bedarf keiner Rechtfertigung und ist an sich schützenswert!

Was aber bedeutet Leben?

Nicht tot zu sein?

Lange und immer länger zu leben?

Was aber, wenn wir hier das falsche Pferd satteln und im Blindflug auf Klippen zu galoppieren? Heißt nicht Leben etwas ganz anderes?

Möglichst viele wahrhaftig und intensiv erlebte Momente!

Viele liebevolle und existentielle Begegnungen!

Echte Trauer und echte Freude!

Elementares allemal!

Ist dann „Lebenszeit“ nicht nur in Stunden und Jahren zu messen, sondern eher in einer Skala der wirklich intensiven Lebensmomente? Kann ein Leben nur als gelungen betrachtet werden, wenn ich mindestens 90 Jahre alt werde? Was aber, wenn dieses Leben leer und einsam war?

Kinder sind systemrelevant

Kinder, die systemrelevanteste Gruppe schlechthin (bei einem Schiffs- und Flugunglück gilt noch immer der Grundsatz aus dem Jahre 1852: Kinder und Mütter sind zuerst zu retten!!) sind in den letzten, den Corona-Wochen unter den Tisch gefallen. Wer spricht über ihre Nöte, ihre Fragen, ihre Unsicherheit? Die Erwachsenen, noch immer fest davon überzeugt, alles besser zu wissen, reden höchstens klug über die Notwendigkeit von digitaler Bildung, die Form von zukünftigem hygienischen Betreuungsangeboten oder sind über die Maßen mit sich selbst beschäftigt. Wenn wir aber über Zukunft sprechen, und das sollten wir jetzt dringend alle tun, dann müssen wir vor allem über die Kinder reden und was sie brauchen, um sich später dann als gestaltende Erwachsene in der komplizierten Welt zurecht zu finden.

Was brauchen Kinder für ihre gelingende Zukunft?

In aller ersten Linie brauchen sie Liebe!! Und möglichst viel davon! Am besten von ihrer Familie, den Eltern und Geschwistern und dann auch von den anderen Erwachsenen, denen sie anvertraut wurden oder denen sie sich anvertrauen.

Und dann brauchen sie, mehr denn je, elementare Erfahrungen. Nur so können sie das nötige Weltvertrauen aufbauen, was sie dann durchs Leben trägt.

Elementare Erfahrungen bedeutet mit Wind und Wetter, der Natur, den Elementen, allen Lebewesen, Gefahren und Herausforderungen in Berührung zu kommen, sie zu erleben und schließlich zu begreifen.

All das kann man in einem Wort fassen: dem freien Spiel.

Was erleben Kinder stattdessen in der Corona-Krise?

Was heute eh schon, und in der Corona-Krise im Besonderen geschieht, ist genau das Gegenteil!

Isolierung und Digitalisierung. Erlebnisärmer geht kaum.

So schaden wir nicht nur den Kindern in der Jetztzeit, nein, so nehmen wir billigend in Kauf, dass unsere Zukunft, eine lebenserfüllte Zukunft gefährdet ist.

Wollen wir denn wirklich in einer leblosen, sterilisierten, isolierten und kontrollierten Zukunft immer länger leben? Ist das unser Ziel?

Wenn man in die leuchtenden Kinderaugen (es gibt nichts Schöneres auf der Welt, keinen Sonnenuntergang, keine Symphonie und nicht einmal den intensivsten Liebesakt) schaut, wenn diese in ihrem ureigenen Spiel begriffen sind und dabei die Welt erobern, weiß man, die Kinder und zukünftigen Erwachsenen wollen das nicht!

Wir Erwachsenen verantworten die Situation der Kinder

Wir machen uns schuldig, wenn wir den Kindern ihre Zukunft, ihre lebendige, erfahrungsreiche und elementare Zukunft verbauen (und auf dem Altar der Unsterblichkeit opfern)!

Wachen wir endlich auf und stellen uns in den Dienst der Kinder!

Begleiten wir sie demutsvoll auf ihrem Weg. Nicht besserwisserisch, sondern neugierig und liebevoll.

Dafür braucht es eine offene Gesellschaft, die verschiedene Meinungen, Ideen und Wege zulässt und diese in einem konstruktiven Diskurs immer wieder abwägt und nach den besten Lösungen sucht.

Hygiene- und Abstandsregeln, Überwachung und Druck, rein digitale Schulen und Kindergärten mit Impfpflicht sind da sicher nicht die richtige Antwort.

Unser Leben war einst das eines Kindes. Warum vergessen wir das?

Unser Leben ist doch sinnlos, wenn wir nicht alles daran setzen, dass Leben der Kinder auf der ganzen Welt zu schützen und zu hüten. Dieses Leben ist mehr denn je in Gefahr.

Solange Kinder noch durch Hunger und Kriege sterben, Kinder vernachlässigt werden, oder durch häusliche Gewalt in Mitleidenschaft gezogen werden, ist es ein Hohn und eine unerträgliche Doppelmoral, wenn wir, welches Leben auch immer durch die gerade angesetzten und z.T. gegen die Freiheitsrechte der Menschen verstoßenden Maßnahmen zu retten versuchen!

Wir Erwachsenen sind mehr denn je aufgerufen uns noch einmal genau vor Augen zu führen, wie wir als Kind gerne aufgewachsen wären, oder im besten Fall sind.

Orientierung am Kind als Maxime für unsere Entscheidungen

Ermöglichen wir den Kindern mit aller uns zu Verfügung stehender Kraft Lebensräume in lebendig gestalteten Kitas und Kindergärten, in Schulen, Ausbildungseinrichtungen und letztendlich in kindgerechten Städten.

Es ist an der Zeit, die Vision von der bespielbaren Stadt umzusetzen.

Hier können sich Kinder frei entfalten, ihr Umfeld ganz nach ihrem ureigenen Mut und Willen erobern, soziale Kontakte aufbauen und die Natur lieben und schützen lernen.

Nehmen wir die jetzige Krise zum Anlass umzudenken.

Wachstumswahn, Verschwendung der Rohstoffe, Umweltzerstörung, Egoismus, haben uns erst diese Krise beschert.

Eine am Kind orientierte Gesellschaft kann hier Abhilfe schaffen. Ich wage den Zusatz: Nur eine am Kind orientierte Gesellschaft kann die Kehrtwende in eine hoffnungsvolle und vor allem lebendige Zukunft gestalten.

Die KuKuK Gruppe: Spielplätze für Kommunen, Gemeinnützige Einrichtungen, Flüchtlingslager und mehr!
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Pimp your Sandkasten!

Warum spielt hier keiner?

Manche ein Sandkasten wird liebevoll zusammengebaut mit besten Wünschen für selbständiges Spiel der Kinder. Und doch sind die nur selten darin beschäftigt. Was ist da los?

Eine Kiste voll Sand: Es gibt 1.000 Möglichkeiten, darin zu spielen – aber wo anfangen?

Ein Sandberg ist attraktiver!

Wer kann auf diesem Bild den Berg freistellen und den Hintergrund wegschneiden?

Mit einer Bauschaufel wird aus dem Sand im Nu ein attraktiver Berg.

Da entwickeln Kinder von alleine Lust, hinaufzusteigen.

Sie stupsen den Sand an und beobachten, wie er zu Tal rieselt.

Sie nehmen Schaufel und Eimer zur Hand, und bauen weitere Berge, höhere Spitzen, und Tunnel und – wenn Wasser erreichbar ist – auch Bergseen.

Muscheln im Sand

Die Muscheln vom letzten Strandurlaub kommen jetzt wieder zu Ehren: im Sandkasten sind sie mal Dekoration, mal Teller, mal Dach – je nach dem, woran die Kinder gerade bauen.

Zwergenreich aus Natur-Fundstücken

Zimmer zu vermieten – vorzugsweise an wasserfeste Zwerge!

Fundstücke vom letzten Spaziergang eignen sich, um im Sandkasten ein ganzes Zwergenreich aufzubauen.

Da entwickelt der Gartenzwerg von nebenan Lust auf einen Umzug!

Tiere und Männchen aus Plastik fühlen sich hier ebenfalls wohl, so lange sie kein Gelenk haben.

Kleine Kinder können sich die Bewohner des Zwergenreiches aber auch problemlos vorstellen!

Murmelbahn aus Sand

Sandberg als Murmelbahn

Wenn der Sand feucht ist, und die Kinder alt genug für Glasmurmeln sind, bauen sie gerne Murmelbahnen in den Sandberg.

Hier ein einfaches Modell, das nicht von Anfang an funktioniert hat. Der Weg ist das Ziel: bauen – testen – korrigieren – testen – und welch ein Jubel, wenn am Ende die Murmel unten ankommt!

Murmelbahn aus Röhren

Diese Röhren gibt günstig im Baumarkt

Der Sandhaufen ist die ideale Grundlage für ein weitverzweigtes Röhrensystem, in dem Tischtennis-Bälle und Murmeln unterwegs sind können.

Neue Spiele erfinden

Neue Spiele erfinden mit Murmeln und Sand

Mit einer Zielscheibe im Sand und Murmeln in der Hand entdecken Kinder ganz alleine neue Spielvarianten.

Hier sind die Erwachsenen aufgefordert, die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zu veranlassen, dass die Kugeln nur den Sand treffen…

Probier es aus! Wir sind gespannt auf Eure Erfahrung!

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Selbständiges Spiel

spielen ist die Arbeit des kleinen Kindes

Dieser Satz wird Maria Montessori zugeschrieben, und jeder der Kinder beim Spiel erleben darf, wird feststellen, wie ernsthaft sie an ihrem Thema „arbeiten“.

Das können sie, wenn sie sich sicher geborgen fühlen, weil sie zuverlässig wissen, dass Erwachsene für sie da sind um ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen.

Hilfreich für dieses hingebungsvolle Spiel ist eine sichere Umgebung, in der sich das Kind ungestört eine Zeit lang mit seinem Spielmaterial beschäftigen kann.

Je besser dieses Spielmaterial zu seinen aktuellen Interessen – seinem „Entwicklungsstand“ – passt, desto vielfältiger sind die Ideen und Spielformen des Kindes.