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Dialog auf Augenhöhe DIY Handarbeit im 1. Lebensjahr im 10. Lebensjahr im 2. Lebensjahr im 3. Lebensjahr im 4. Lebensjahr im 5. Lebensjahr im 6. Lebensjahr im 7. Lebensjahr im 8. Lebensjahr im 9. Lebensjahr nach Hengstenberg nach Pikler Sand Selbständiges Spiel Wasser

Sommerferien 2020 für Familien

Die Ferien in Ehningen und Baden-Württemberg stehen vor der Tür, und coronabedingt verbringen in diesem Jahr mehr Familien diese Zeit zuhause auf Balkonien als ursprünglich geplant.

Gleichzeitig gibt es weniger Programm vor Ort, weil die Veranstalter den verantwortlichen Umgang mit der Pandemie-Situation scheuen.

Hier beim Familienspielraum finden Eltern Angebote auch von nahestehenden Anbietern in Baden-Württemberg mit Ferienprogramm für Familien mit kleinen und großen Kindern.

Alter der Kinderregelmäßige TermineWannWoInformationen
4 – 14 MonateFerienspielraumdienstags71139 Ehningenhttps://familienspielraum.de/ferienspielraum
1 -2 JahreFerienspielraumdienstags71139 Ehningenhttps://familienspielraum.de/ferienspielraum
AlterEinzelne TermineWannWoInfo
1 – 4 JahreSpielraum im Gartenjeweils am
24.8.,25.8.,
26.8.,27.8.,
28.8.2020
71139 Ehningenhttps://familienspielraum.de/garten/
5-10 JahreSpielvormittagjeweils am
24.8.,25.8.
,26.8.,27.8.,
28.8.2020
71139 Ehningenhttps://familienspielraum.de/spielvormittag/
6-15 JahreFilzen25.08.2071139 Ehningenhttps://familienspielraum.de/filzen
Altermehrtägige AngeboteWannWoInfo
6 – 11 JahreHeide-Forscher: Zelten mit Eltern12.8.-14.8.2020Dachtelhttps://familienspielraum.de/freizeiten/
8-12 JahreTheater-Freizeit ohne Übernachtung31.8.-4.9.202071139 Ehningenhttps://familienspielraum.de/freizeiten/
9 – 12 JahreExcalibur: Feriencamp – Die Gemeinschaft der Tafelrunde9.8.-16.8.2020Leiselsheimhttps://familienspielraum.de/freizeiten/
10 – 12 JahreZirkusfreizeit mit Zeltübernachtung3.8.-7.8.2020Oberriedhttps://familienspielraum.de/freizeiten/
12 – 15 JahreChange! Feriencamp for Future1.8.-8.8.2020Leiselsheimhttps://familienspielraum.de/freizeiten/
12-17 JahreBaufreizeit mit Zeltübernachtung10.8.-14.8.2020Oberriedhttps://familienspielraum.de/freizeiten/
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Bücher und mehr Dialog auf Augenhöhe im 1. Lebensjahr im 10. Lebensjahr im 2. Lebensjahr im 3. Lebensjahr im 4. Lebensjahr im 5. Lebensjahr im 6. Lebensjahr im 7. Lebensjahr im 8. Lebensjahr im 9. Lebensjahr lernen lernen Selbständiges Spiel

André Stern: Spielen, um zu fühlen, zu lernen und zu leben

Beobachtungen von einem, der nie aufgehört hat zu spielen

Wir erwarten von Anfang an von Kindern, dass sie Fortschritte machen und somit den Blick auf das Werden richten. Dabei vergessen wir und sie, den Blick auf das Sein zu behalten

S.6 des Buches

„Du spielst ja nur!“

Ist Spielen ein wichtigeres Bedürfnis als Trinken? Darf man Spielen respektlos stoppen? Wie konnte Spielen so degradiert werden, dass die meisten Menschen sich legitimiert fühlen, es anderen, als wichtiger eingestuften Beschäftigungen zu opfern? (…)

Beobachten Sie die unglaubliche Ernsthaftigkeit des Kindes beim freien Spielen! Seine Ausdauer, seine unendliche Konzentrationsfähigkeit, seine Fähigkeit, über seine eigenen Grenzen hinaus zu wachsen. Das alles hat es aber bei auferlegten Tätigkeiten nicht. (…)

Spielen und Lernen bilden eine untrennbare Einheit (…).

Statt also wahrzunehmen, wie viele neue, unerwartete Dinge das Kind täglich begreift, statt ehrfürchtig dieser unaufhaltsamen, exponentiellen, umwerfenden Entwicklung beizuwohnen, behandeln Erwachsene Kinder als unfähige Wesen, die man fördern und motivieren müsse. Und so übt sich jeder als Lehrer und findet es auch nie zu früh, mit dem Unterricht anzufangen. (…)

Für ein Kind, das selbstbestimmt spielen und lernen darf, ist Leistungsdruck hingegen unverständlich, denn es wächst in der Erfahrung auf, allem Neuen in einem Zustand der Begeisterung zu begegnen.

Wir haben die Synonyme Spielen und Lernen nicht nur getrennt, sondern an entgegengesetzten Enden der Ernsthaftigkeitsskala positioniert.

Seite 9ff des Buches

Am Anfang war das Spiel

Wenn ich von Spiel spreche, meine ich das freie Spiel, das dem eigenen Denken des Kindes entspricht. Andere Spiele sind „ernste“ Spiele, die auch Erwachsenen erlaubt sind. Dazu gehören Schach, Tennis, Fußball oder Klavier. Und dann gibt es noch Spiele zum Zeitvertreib (….) wie Kreuzworträtsel, etc. (…)

Bei Erwachsenenspielen geht es eigentlich immer darum, zu gewinnen. (…) Beim freien kindlichen Spiel geht es nie darum, „zu gewinnen“. Man spielt nicht gegeneinander, sondern miteinander. Oder man spielt mit sich und der Welt.

Eine weitere deutliche Unterscheidung besteht darin, dass Erwachsene durch das Spiel häufig versuchen, Abstand von ihrem Alltag zu nehmen. Das ist genau das Gegenteil dessen, was das Spiel für das Kind ist: Es ist die direkte Art, sich mit dem Alltag, mit sich und der Welt zu verbinden. (…) Es macht aber nicht immer „Spaß“, wie wir von manchen Spielen erwarten, denn es bedeutet für das Kind oft viel Anstrengung (…).

Spielen bedeutet auch, sich etwas anzueignen – es ist unser intellektuelles Verdauungssystem. Sobald ein Kind etwas Neues erfahren hat, spielt es dies sofort, um es sich zu eigen zu machen, um es vom Konzept zum Fassbaren übergehen zu lassen. (…)

Erst wenn wir die Erfahrung gemacht haben, dass das Neue die Gefahr beinhaltet, abgeprüft zu werden, bevor wir es verstanden und verinnerlicht haben, beginnen wir, uns davor zu fürchten. (…)

Der Drang zu spielen ist bei Kindern viel stärker als die anderen Bedürfnisse oder Befindlichkeiten. (…) Der Drang zu spielen ist bei Kindern sogar stärker als Hunger und Durst. (…)

Beobachtet man diese unglaubliche Ausdauer (die kein Erwachsener hätte), diese totale Konzentration und Beteiligung, diese bedingungslose Ernsthaftigkeit – diese pure, unbeachtete, unbeleuchtete Urkraft des Kindes -, wird man einfach unwiderstehlich und unmissverständlich gepackt. Man beginnt, Vertrauen in die Kraft des Kindes zu haben. (…)

Versunken in ihrem Spiel, ohne es zu merken, wachsen Kinder über Grenzen hinaus, die sie niemals überwinden würden, wenn man es ihnen befähle.

Wir kommen nicht mit einem genetisch programmierten Gehirn auf die Welt, unser Gehirn wird auch nicht wie ein Muskel durch Training größer, sondern es entwickelt sich dort, wo wir es mit Begeisterung nutzen. (…)

Seit jeher glauben wir, wir würden mit der Zeit besser, wie guter Wein, der mit den Jahren reift, wir würden nach und nach Fähigkeiten und Kompetenzen zulegen. Jetzt erfahren wir, dass es genau umgekehrt ist, dass wir als Potenzialbomben auf die Welt kommen – Kinder können alles lernen und alles werden, und das ist ihnen bewusst -und dass wir in den ersten Monaten unseres Lebens dieses ganze Potenzial in den Wind säen. Nach Darwinscher Manier entwickeln sich nur die wenigsten unserer Fähigkeiten, und zwar diejenigen, die unsere Weltordnung verlangt, die anderen werden nicht in Anspruch genommen, verkümmern und verschwinden. So werden wir aber nie die, die wir hätten werden können. (…)

Es stellt sich also heraus, dass die Hüter unseres Potenzialmeeres die Kinder sind.

S. 20ff des Buches

Jedes Kind ist genial

Mit der Zeit verzichtet ein Kind dann immer auf die eigenen Impulse und Prozesse und übernimmt die, die man ihm auftischt, weil genau diese bei seinen Eltern oder anderen Bezugspersonen gut ankommen. (…)

Es geht darum, dass jedes Kind in seiner Einzigartigkeit gesehen udn wertgeschätzt wird – dann wird es sich auch entwickeln.

S 44 des Buches

Spielen in der weiten Welt

Kinder sind die sozialsten Wesen, die es gibt. Sie kommen auf die Welt mit idealen Eigenschaften: Sie haben offene Sinne, sie sind unvoreingenommen, sie sind neugierig, sie urteilen nicht – sondern sie nehmen die Dinge, wie sie da sind, und begegnen Neuem mit Interesse.

S. 47

Erwachsene, die miteinander und mit Kindern spielen, sind selten (Beispiel: am Strand). Es geht aber (Beispiel: etwas aus einer Verpackung machen).

Irgendwann gesellt sich zum Spiel die Nützlichkeit. Es ist noch ganz Spiel, und schon ein Übergang zum Begriff „Arbeit“.

S. 60 des Buches

Das ist für Kinder dann sehr befriedigend.

Der richtige Zeitpunkt

Über geplante (Kaiserschnitt-)Geburten:

Das eigentliche Problem ist, dass jungen Eltern eingetrichtert wird, dass weder die Mutter noch der Vater noch die Natur noch das Kind wissen können, „wie es am besten geht“, und dass es sogar gefährlich ist, das Ganze nicht von Anfang an der akademischen Medizin anzuvertrauen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für irgendetwas im Leben? Wer weiß das schon. (…) Das natürliche Spiel ist das Einzige, das immer gerade der aktuellen Entwicklungsstufe des Kindes entspricht. (…)

Nie wurde mir das Gefühl vermittelt, dass etwas nicht meinem Alter entspräche – oder dass ich dieses oder jenes „erst später“ verstehen oder erklärt bekommen würde. Und es wurde mir nie gesagt oder zu spüren gegeben, dass ich dieses oder jenes „jetzt“ nicht mehr tun sollte, dass ich für dies oder jenes nun zu alt sei. Ich musste mich nie mit unaktuellen Dingen auseinandersetzen, nach dem Motto „Was du heute nicht lernst, lernst du morgen nimmermehr“. Ich hatte mich auch nie zu zwingen, Dinge zu lernen, die ich nicht brauchte, mit der Begründung, dass ich „später vielleicht froh“ sein würde, sie gelernt zu haben. (…)

Es gibt also keinen richtigen Zeitpunkt zum Lernen, es gibt nur eine Aktivierung unserer emotionalen Zentren – oder keine. (…)

Ich wurde immer als vollgültiger Mensch in einer vollgültigen Entwicklungsstufe wahrgenommen und respektiert.

S. 64f

Lustig findet er, dass es für viele ein großer Unterschied ist, ob sie etwas mal gelernt haben und heute wieder vergessen (das ist sozial anerkannt), oder ob sie es niemals gelernt haben, obwohl das Ergebnis heute das selbe ist.

Wenn das Kindsein gewürdigt und nicht zerstört wird, bleibt dieser Zustand der unendlichen Neugier, des bedingungslosen Vertrauens, der unbeirrbaren Aufmerksamkeit, der totalen Aufgeschlossenheit erhalten.

Seite 67

Über Pubertät:

Man hilft gerne, schwere Möbelstücke zu tragen, weil man Freude daran hat, jetzt zu denen zu gehören, die schwere Lasten tragen können – man freut sich der neuen Verantwortung.

Seite 72

Die Offenheit des Herzens

Der Unterschied in der Behandlung zwischen Kindern, „Erwachsenen“ und Senioren ist mir schon immer rätselhaft gewesen. (…)

Ich habe in ständigem Kontakt und Austausch mit anderen Menschen gelebt, manche waren jünger, manche älter. Die gegenseitige Bereicherung ergab sich gerade aus diesem vielfältigen und kosmopolitischen Umfeld. Ich durfte meine Freunde wählen, so wie auch sie mich gewählt haben. Das Leben, unsere Wege, Interessen und Fähigkeiten führten uns zusammen – Wahlgemeinschaften also, Gemeinschaften aus Gemeinsamkeiten. (…)

Nicht die Daten des Personalausweises führen die Menschen zusammen, sondern ihre Interessengemeinschaften und die Möglichkeit, durch das Zusammen kommen vieler Kompetenzen größere Ziele zu erreichen. Die anderen sind keine Konkurrenten sondern mögliche Partner für Synergien. Das bedeutet das Ende des Gegeneinanders und die Rückkehr des Miteinanders.

S. 81f

Begeisterung statt Bedienungsanleitung

(…) Ich durfte dort üben, wo ich aus Begeisterung schon gut war, damit ich noch besser würde. Im Lauf meiner Geschichte konnte ich dann erfahren, dass die gelebte Begeisterung eine Nebenwirkung besitzt: Die Kompetenz. Und dass diese Kompetenz auch eine Nebenwirkung hat: Den Erfolg.

S. 86

Beispiel „Kuscheln erst bei guten Noten“:

Das ist das Modell „Liebe gegen Leistung“, weit verbreitet. Vielen Eltern ist es gar nicht bewusst, was sie da machen, weil sie es selbst nur so erfahren haben. Kinder aber fühlen sich in ihrem Ich schlecht, weil sie zwischen sich und der schlechten Note keine Trennung sehen.

Für mich ist es einfach nicht logisch, dass, wenn das Resultat von der Zusammenkunft eines Schulsystems und eines Kindes ungünstig ist, der Fehler immer wieder und nur beim Kind gesucht wird. (…)

S 88

Die Ernsthaftigkeit der Kindheit

Solange die Menschen ihren Blick auf das Spiel, also seine Bewertung nicht verändern, bleibt es für alle etwas nicht wirklich Ernstes. Ich plädiere nicht dafür, das Leben nicht ernst zu nehmen: Es geht darum, dass man das Spiel ernst nimmt!

S. 95

Ein Kind kann mit einem Apfelkern spielend alles daraus machen – die Postkarte zum Muttertag nach Erzieherinnenanleitung ist dagegen peinlich.

Wenn schon gekauft, dann möglichst naturgetreu, und nicht kindlich verzerrt!.

Gebt Kindern nur Bücher, mit denen ihr selbst gerne in der Öffentlichkeit gesehen werdet…

Wie wir mit Kindern sprechen:

Es gibt einerseits jene Art der Ansprache, die aus Befehlen und Drohungen besteht. Das ist pure, von oben nach unten gehende Machtausübung – insbesondere Kindern gegenüber, die allen Menschen stets auf gleicher Augenhöhe begegnen. So würde heute niemand mehr mit seinem Lebenspartner sprechen – nur noch mit den Kindern!

Es gibt auch eine viel weniger auffällige, dennoch nicht weniger schlimme Art der Ansprache: die ironische [damit meint er den „kindgemäßen“ Tonfall, die simple Wortwahl, die Verniedlichung durch Vokaldehnung] (…)

Ich war 23 Jahre alt. Hätte er so mit mir gesprochen, hätte ich gedacht, dass er mich für vollkommen bescheuert hält.

Und von Kindern wird erwartet, dass sie etwas ertragen, das wir nicht annehmen würden? weil es angeblich süß und niedlich ist oder gar als angepasst gilt? (…)

In beiden Fällen ist es eine deutliche Ausgrenzung. Das ist das Schlimmste, was wir empfinden können. (…)

Kinder wollen dazugehören. Sie sehen sich diese Welt voller Verschiedenartigkeiten an und wollen Teil davon sein. (…) Die Gruppe, der sie angehören wollen, sind wir. Aber mit dieser unserer Ironie ihnen gegenüber geben wir ihnen das Signal, dass sie noch nicht zur Gruppe Menschen dazu gehören, mit welcher wir „normal“ reden und handeln.

S. 98ff

In dieser Gesellschaft, die momentan einen täglich schnelleren, höheren, leistungsorientierteren Lebensstil predigt, erleben wir eine Eskalierung der pädagogischen Absichten und eine Vermarktung der Kindheit. Unsere letzte Freiheit bleibt es aber, uns zu verändern, Überzeugungen zu haben und danach zu leben.

Abrüstung und Rückkehr zum Wesentlichen beginnen mit unserer Haltung dem Kind gegenüber. Weniger ist mehr.

Weniger Ironie.

Weniger Material.

Weniger „Angpasstes“ oder „Vorbereitetes“

Weniger Absicht

Mehr Authentizität

Mehr Gemeinsamkeit

Mehr Ehrlichkeit

Mehr Vertrauen

Wer sollte damit anfangen, wenn nicht wir?

S. 100

Kinder haben unglaubliche Detektoren für Hintergedanken. Sie sind loyal, nicht naiv. Wenn sie tun, als ob sie unsere Lügen glaubten, dann nur aus Loyalität.

S. 101

Eroberung der Welten

Die Weltoffenheit des Kindes ist eine unserer hervorragenden angeborenen Veranlagungen. Das Kind geht auf die anderen zu, mit offenen Armen und offenem Herzen, ohne Vorurteile.

S. 106

Jahrzehnte, fast Jahrhunderte der Konditionierung bestimmen heute noch unseren allgemeinen Misstrauensantrag an die Kindheit. Unsere Gesellschaft nimmt Kinder nicht ernst, gleichwohl ob dabei die feinsten Gefühle des Menschen zertreten werden.

S. 115

Wo wir umdenken müssen

Nicht Abnabelung, sondern Bindung ist Autonomiefaktor Nummer eins. (…)

Ge-und Verbote sind kein Training für das spätere Leben!

Peergroups sind nicht die wesentliche Orientierung für das Kind!

Kinder wollen keine geschlossene Gesellschaft von Altersgenossen, sie wollen in die weite Welt hinaus.

Wir kommen nicht unperfekt zur Welt – wir werden es.

Jedes Kind will ein Held sein

S 126f
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Babypflege Dialog auf Augenhöhe im 1. Lebensjahr im 2. Lebensjahr im 3. Lebensjahr im 4. Lebensjahr

Trinkglas

Wie lernen Kinder das Trinken aus einem Glas, und wann ist der richtige Zeitpunkt?

Es gibt Kinder, die ganz ohne Trinkflasche, Trinklernbecher und Trinkhalmsyteme aufwachsen. Sie trinken an der Brust der Mutter, und lernen als nächstes das Pikler-Trinkglas kennen:

Daraus kann der erste Brei fließen, er kann daraus gelöffelt werden, und schon bald wird das Kind lernen, daraus Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken.

Dank der Form des Randes kommt ein sehr feiner Strahl beim Mund des Kindes an, der uns Erwachsenen ermöglicht, ihm immer nur einen Schluck zu geben und dann abzuwarten, bis das Kind diese Menge geschluckt hat.

Bald zeigen die Kinder Interesse daran, das Glas selbst anzufassen und zum Mund zu führen. So entwickeln sie ein Gefühl dafür, wie die Neigung des Glases mit der Menge zusammenhängt, die in ihren Mund gelangt.

Die Mutter von der 13-Monate alten Lisa erzählte mir, dass Lisa jetzt immer aus „ihrem“ Glas zu trinken verlangt, und dass sie das schon ganz geschickt macht.

Die Gläser sind aus gehärtetem Glas, liegen gut in der Kinderhand, können dank der Riffelung gut fest gehalten werden, und sind am Rand so schön geneigt, dass ein feiner Wasserstrahl in den Mund des Kindes läuft.

Sie überleben einen Sturz auf Holz- und Linoleum Böden und können selbstverständlich in der Spülmaschine gereinigt werden.

Handelsbezeichnung:

Duralex Picardie 13cl Glas, zu erwerben z.B. bei Gastro24, bei Gastro Hero und in bekannten Internet-Handelsportalen (unbezahlte Werbung).

Im Lädle vom Familienspielraum werden die Gläser in kleinen Mengen vor und nach der Spielgruppe verkauft, Versand aus unserem Lädle ab 50 Euro Warenwert.

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Babypflege Dialog auf Augenhöhe Freie Bewegungsentwicklung im 2. Lebensjahr im 3. Lebensjahr im 4. Lebensjahr im 5. Lebensjahr Kinderzimmer

Essbänkchen

Ein hilfreiches Möbel auf dem Weg zum selbständigen Essen ist dsa Pikler-Essbänkchen. Wenn Kinder sich beim Spiel gerne auf einen Schemel setzen, wird es Zeit dafür:

Das Essbänkchen nach Pikler

Der Tisch ist über die Bodenplatte fest mit der Sitzbank verbunden, deren Rückenlehne das Kind stützt, wenn es sich z.B. beim Trinken nach hinten beugt.

Anfangs steht das Essbänkchen den Kindern zum Kennenlernen während des Spiels zur Verfügung. Bald können sie am Tisch sitzend ihre Mahlzeiten einnehmen.

Für Mutter oder Vater braucht es noch einen Hocker, um das Kind bei der Mahlzeit zu begleiten.

Das Essbänkchen wird von der Basisgemeinde Wulfshagener Hütten in Deutschland hergestellt, der Spielzeugmacher Martin Plackner bietet das Essbänkchen in Österreich mit Pikler-Zertifizierung an. Beim Spielzeugmacher gibt es das Essbänkchen auch als Bausatz zu kaufen.

Für Krippen und Tageseltern gibt es auch Doppel-Essbänkchen und Sonderanfertigungen!

Alternativ dazu kann man es mit Hilfe der detaillierten Anleitung aus dem Heft von Margret von Allwörden/Marie Wiese
„Vorbereitete Umgebung für Babys und kleine Kinder. Ein Handbuch für Familien, Krippen und Krabbelstuben“
selbst schreinern.

Es wird lange geliebt, sogar Grundschulkinder zwängen sich gelegentlich noch hinein und schwelgen in Erinnerung an ihre frühe Kindheit!

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Dialog auf Augenhöhe im 10. Lebensjahr im 3. Lebensjahr im 4. Lebensjahr im 5. Lebensjahr im 6. Lebensjahr im 7. Lebensjahr im 8. Lebensjahr im 9. Lebensjahr

Augenhöhe

Was bei der CoronaVO deutlich wurde: Kinder sind gleichwertige Menschen, nicht mehr und nicht weniger als jeder Erwachsene.

Das halte ich nicht nur unter epidemologischen Gesichtspunkten für richtig.

Für Familien wünsche ich mir, dass sich diese Auffassung

-> vom Wert der Kinder,
-> ihrer Berüfnisse,
-> ihrer Gedanken,
-> ihres Beitrags zum sozialen Leben

in unserer Gesellschaft grundsätzlich durchsetzt.

Dazu können Politiker die Rahmenbedingungen schaffen, durch finanzielle und juristische Fundamente für Angebote der Familienbildung, aber auch jeder einzelne von uns kann dazu beitragen.

Kennen Sie eine Familie mit Kindern?

Dann rufen Sie dort an, und sprechen sie mit dem Kind drei Sätze, ehe sie um das Gespräch mit den Eltern bitten.

Hören Sie dem Kind zu, und nehmen Sie wahr, was im Leben des Kindes gerade jetzt wichtig ist.

Vielen Dank, im Namen der zukünftigen Erwachsenen.

#gleichwürdig #kind #mentor #spielraum #familie #familienspielraum

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Freie Bewegungsentwicklung im 3. Lebensjahr im 4. Lebensjahr im 5. Lebensjahr im 6. Lebensjahr Kinderzimmer nach Hengstenberg Selbständiges Spiel Spielzeug

Kletterbogen

Der Kletterbogen ist vielseitig:

Im 1. Lebensjahr kann er als Begrenzung des Spielbereichs hingelegt werden, dein Kind wird hindurch greifen und sich später an den Sprossen in die Höhe ziehen.

Im 2. Lebensjahr entdeckt dein Kind das Klettern und wird häufig voll Freude hinauf- und wieder heruntersteigen, ehe es beginnt, oben drüber zu klettern und auf der anderen Seite hinunter zu steigen.

Mit einem Rutschbrett ergänzt entdeckt dein Kind die Möglichkeit, Dinge hinunter rutschen und rollen zu lassen und wird auch selbst in allen Varianten rutschen: auf dem Bauch, auf dem Po, mit den Füßen zuerst, mit dem Kopf zuerst…

Die Steilheit der Rutsche ist dabei in vielen Zwischenstufen variierbar – dein Kind kann selbst bestimmen, wie steil es rutschen möchte.

Mit einem Brett kann aus dem Bogen auch ein Verkaufsstand werden, an dem Kindergartenkinder Kaufladen spielen oder Post oder Wochenmarkt – je nach dem, welche Erfahrungen sie im echten Leben selbst gemacht haben.

Sogar als Schaukelständer kannst du den Bogen nutzen: ein Tragetuch anknoten, schon entsteht ein lauschiges Plätzchen für die Mittagspause deines Kindes.

Im Familienspielraum nutzen wir den Kinderkletterbogen der Schreinerei Röthenbacher aus Steinenbronn.

Wenn Deine Kinder im Grundschulalter alle Reize des Bogens genossen haben und darüber hinaus wachsen, kannst du ihn gerne über unsere Seite Eltern aus dem Familienspielraum zum Kauf anbieten.

Gebrauchte Kletterbogen

Kinderkletterbogen NCW mit Rutsche zu verkaufen 6/2020
Verkäufer: N.Cw. (privat)

Maße des Kletterbogens:
Höhe	ca. 80cm
Breite	ca. 53cm
Länge (Breite am Boden) ca. 100cm

Abholung in Holzgerlingen

Preis VB - Verkauf an den Meistbietenden 😊
Angebote bis 28.6.2020 über das nachstehende Kontaktformular

Kletterbogen NP 230 Euro
Rutsche NP 120 Euro

Wegen der neuen Gesetzesbestimmungen erfolgt der Verkauf unter Ausschluss jeglicher Gewaehrleistung, Sachmaengel, Garantie und Ruecknahme der Ware von Privat an Privat. Jeder Käufer hat die Moeglichkeit, den Artikel vor dem Kauf zu besichtigen um sich vom Zustand selbst zu ueberzeugen. Laut dem neuen EU-Recht muss dieser Zusatz unter jeder Artikelbeschreibung stehen, ansonsten haftet der Verkaeufer auch als Privatperson ein ganzes Jahr fuer die verkaufte Ware: Mit Kontaktaufnahme Ihrerseits, stellen Sie mich von dieser Gewaehrleistung/Garantie frei.
Bitte gib hier den Preis in Euro an, den Du für den abgebildeten Kinderkletterbogen NCW mit Rutsche zahlen möchtest, wenn Du den Zuschlag erhältst
Hier ist Platz für Deine weiteren Anmerkungen
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im 4. Lebensjahr im 5. Lebensjahr im 6. Lebensjahr im 7. Lebensjahr

3 bis 6 Jahre

Kindergartenkinder (3-6 Jahre)

Bewegung

  • Baumklettern
  • auf etwas drauf springen

Spiel

  • Rollenspiel in Gruppen

geeignetes Spielzeug

  • kleine Hengsti-Leiter
  • Matte zum draufspringen (vom Fensterbrett 🙂
  • Langes Rutschbrett
  • Nudelzange und gehäkelte Nudelbänder
  • Kastanien und Reibe
  • Kaffeemühle und Maiskörner
  • Gießkanne und Wasser oder Sand oder rote Linsen
  • Schnitzmesser (unter Aufsicht benutzen!)
  • Seil
  • Papier und Holzstifte
  • Papier und Guachefarbe und Pinsel
  • Schere für Papier, Gras, Laub
  • Kostümkiste mit Kleidern, Kronen, Schild und Umhang
  • Märchenbücher zum vorlesen / durchblättern
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Dialog auf Augenhöhe Freie Bewegungsentwicklung im 1. Lebensjahr im 10. Lebensjahr im 2. Lebensjahr im 3. Lebensjahr im 4. Lebensjahr im 5. Lebensjahr im 6. Lebensjahr im 7. Lebensjahr im 8. Lebensjahr im 9. Lebensjahr Neuer Beitrag Selbständiges Spiel

Kinder sind Zukunft

Veranstalter war ein Kreis freiburger Mütter, der hier einen Gastbeitrag veröffentlicht.

Die Genehmigung der Stadt mitsamt ihren Auflagen lag vor.

Hier ist der Flyer zur Veranstaltung „Kinder sind Zukunft“ zum Download

Programm

Musikalische Umrahmung durch die Band von Voili Voila.

Durch das Programm führte der preisgekrönte Zauberer Jorgos Katsaros.

Der Kindersong:

Alle Kinder dieser Welt woll’n frei und fröhlich sein

woll’n zusammen spielen, tanzen, uns am Leben freu’n!

Auf der ganzen Welt wollen Kinder ihre Träume leben,

Gib mir deine Hand, es darf kein Kind alleine sein

Ammelie und Norea und Dominique

Die wichtigste Stunde

ist immer die Gegenwart,

der bedeutenste Mensch ist immer der,

der dir gerade gegenübersteht,

das notwendigste Werk ist stets die Liebe.

Meister Eckhart

Schutz der Kindheit

Wie soll die Zukunft für, mit und durch die Kinder gestaltet werden?

Mit welcher Intensität schauen wir in den letzten, den Corona Wochen auf die Kinder?

  • Wissen wir, welche Fragen, Ängste, Wünsche und Gefühle sie haben?
  • Welche Fragen stellen wir uns als Erwachsene?
  • Wann kann mein Kind wieder in Kindergarten und Schule?
  • Wann wieder in den Instrumentalunterricht, den Verein oder wenigsten wieder andere Kinder besuchen?

Fragen wir uns auch:

  • Wie wünschen wir uns eigentlich die Zukunft unserer Kinder?
  • Welche Welt wollen wir ihnen hinterlassen und wie können wir sie unterstützen, gut und gesund in ihre Biographie zu kommen, um später selbstbewusst die komplexen Aufgaben, die ihnen das Leben stellt, angehen zu können?

Die bekannte Diplompädagogin und Psychotherapeutin Gabriele Pohl hat auf die Frage, was Kinder immer und jetzt im Besonderen brauchen, folgenden Satz gesagt:

Für die gesunde körperliche, seelische und geistige Entwicklung der Kinder ist dreierlei wichtig: andere Kinder, freies Spiel und die Natur. Das sind Grundbedürfnisse und diese dürfen nicht beschnitten werden! Wir haben sie als Kinderrechte zu verteidigen. Auch und gerade in diesen Zeiten!

Gabriele Pohl
  • Sind wir bereit, diese Kinderrechte einzufordern?
  • Sind wir bereit, uns der vielen drängenden und essentiellen Fragen rund um die richtige Bildung zu stellen?
  • Wie muss heute, mit den neuen Fragen und Bedürfnissen der Kinder, aber auch der Zeit, Schule aussehen?
  • Wie müssen wir unser urbanes Leben organisieren, damit es kinderfreundlich ist?
  • Wie gehen wir mit den Ressourcen der Natur um, wie begegnen wir ihr?
  • Wie schaffen wir es, dass Kinder genügend existenzielle und elementare Erfahrungen sammeln können, um zu wissen, in welchen Zusammenhängen sie leben, wie sie mit diesen verbunden sind und welche Handlungsweisen ihnen Halt in jeder Lebenslage geben können?

Die Lage rundum das Maßnahmen-Konstrukt zur Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-Virus‘ ist äußerst unübersichtlich, verwirrend und für unsere Kinder teilweise sehr beängstigend geworden und ist im Begriff, sich zu einer “neuen Realität” zu manifestieren. Ab wann wird eine kritische Gegenposition zu einer Verschwörungstheorie degradiert, was passiert, wenn „nur“ eine wissenschaftliche Position zur Findung der gesamtgesellschaftlichen Verhaltensrichtlinie herangezogen wird? Viel, sich diametral entgegenstehende Meinungen, Hochrechnungen, wissenschaftliche Modelle stehen sich gegenüber, die es kontrovers zu diskutieren gilt. Das gemeinsame Bild/die gemeinsame Wahrheit existiert so noch nicht.

Die Kundgebung am 01. Juni 2020 soll also nicht als Demonstration gegen etwas stehen, sondern vielmehr als anregende Diskussion verstanden werden mit Fokus auf die systemrelevanteste Menschengruppe überhaupt: unsere Kinder weltweit!

Was wir vergessen: Jedes Leben war einst das eines Kindes. Ist unser Leben nicht sinnlos, wenn wir nicht alles daransetzen, das Leben der Kinder auf der ganzen Welt zu schützen und zu hüten? Dieses Leben ist mehr denn je in Gefahr. Solange Kinder noch durch Hunger und Kriege sterben, auch in sogenannten Wohlstandsgesellschaften vernachlässigt, oder durch häusliche Gewalt in Mitleidenschaft gezogen werden, schmeckt es bitter, wenn wir eine Krankheit zu bannen versuchen, durch Maßnahmen, die die Kinder – unsere Zukunft – gefährden.

Nehmen wir den internationalen Kindertag als Anlass, uns mit allem Ernst, aber auch Freude und Leichtigkeit diesem alles entscheidenden Thema zuzuwenden!

Uns ist sehr wichtig, dass daraus keine politische Veranstaltung wird. Wir wollen die Vorgaben, die uns die Stadt Freiburg macht, befolgen und auch nicht bewerten.

Setzen wir ein kleines Zeichen der Menschlichkeit, der Zukunftsfreude und nicht der Angst, die uns gerade allzu sehr lähmt. Wir und vor allem die Kinder brauchen eine lebendige, farbenfrohe und am Elementaren ausgerichtete Gesellschaft, die sich wieder darauf besinnt, was wirklich zählt, was wesentlich ist!

Wir danken allen Teilnehmern für ihr Kommen, für ihre Unterstützung unserer Anliegen und sind gespannt, welche Postkarten bei Menschen ankommen, die sich uns anschließen für einen lebendigen Austausch und weitere, zukünftige Aktionen!!!

Mirjam Lampe und Bernhard Hanel

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Vom Umgang mit der kindlichen Zeit

„Komm, wir müssen jetzt los!“

Diesen Satz haben Kinder in den Corona-Wochen fast vergessen, aber nun, mit Spielplatzöffnung und Kita-Neustart hören sie ihn wieder häufiger.

Eltern erleben selten, dass ihr kleines Kind dieser Aufforderung ohne Verzögerung nachkommt. Kindern fällt es eher schwer, ihre aktuelle Tätigkeit abzubrechen, sich womöglich Schuhe und Jacke selbständig anzuziehen und an der Haustüre bereit zu stehen, wenn wir mit dem Schlüssel winken. Von Hunden habe ich gehört, die beim Klappern der Leine zur Türe springen.

Kinder brauchen Zeit

Kinder brauchen Zeit, sich auf bevorstehende Veränderung einzustellen. Je jünger sie sind, desto mehr Unterstützung benötigen sie dabei. Das ist auch bei wiederkehrenden Ereignissen so, die ihnen sehr vertraut sind:

  • jeden Morgen nach dem Aufstehen ziehen wir uns an
  • jeden Wochentag nach dem Frühstück gehe ich mit meinem Kind zum Kindergarten
  • immer, wenn wir auf dem Spielplatz sind, gehen wir abends zum Essen nach Hause
  • nach dem Essen folgt immer unsere Abend-Routine von Zähneputzen über Vorlesen bis zum Gute-Nacht-Kuss

Es scheint, dass Kinder ein anderes Zeitgefühl haben als Erwachsene. Sie „funktionieren“ nicht wie Hunde!

Oder liegt es daran, dass Kinder in ihrer Tätigkeit aufgehen, ganz im Hier und Jetzt sind und keine Wahrnehmung von bevorstehenden Ereignissen in naher Zukunft haben?

Auch wir kennen das: wenn wir konzentriert arbeiten, wenn wir etwas Spannendes lesen, wenn wir etwas interessiert herausfinden wollen, vergeht auch unsere Zeit wie im Flug und wir nehmen nicht wahr, was um uns herum geschieht.

Mit Kindern friedlich durch den Tag gehen

Was also tun, wenn wir mit unserem Kind friedlich durch den Tag gehen wollen?

Wir kündigen bevorstehende Ereignisse an. Wir erzählen unserem Kind davon. Wir erinnern unser Kind daran. Wir laden unser Kind ein, mit uns zu kooperieren.

Aufstehen und Anziehen

„Guten Morgen, mein Schatz! Draußen scheint die Sonne, heute wird es warm. Schau, du kannst heute die blaue Shorts oder den gepunkteten Rock anziehen, die ich dir hier bereit lege. Komm dann bitte zum Frühstück, ich decke jetzt den Tisch“

In den Kindergarten gehen

„Ah, es ist halb acht, Zeit für den Kindergarten. Ich räume den Tisch ab, dann ziehen wir unsere Schuhe an.“ – Auch ein kleines Kind kann beobachten, wie der Tisch nach und nach abgeräumt wird und lernt so, einzuschätzen, wann diese Tätigkeit beendet sein wird, und wie lange es selbst noch Zeit für anderes hat, ehe Schuhe anziehen drankommt.

Vom Spielplatz nach Hause gehen

„Es wird langsam Zeit fürs Abendessen. Wir gehen in 5 Minuten nach Hause. Möchtest Du noch einmal rutschen oder lieber hier im Sandkasten fertig spielen?“ – Wenn sich das Kind für die Rutsche entscheidet, kann ich die Sandelsachen schon einpacken. Vielleicht verhandelt das Kind, und darf noch zwei mal, drei mal rutschen? „Das ist das letzte mal für Heute. So, komm, jetzt gehen wir heim.“

Wenn das Kind im Sand bleibt, kann ein zweiter Hinweis sinnvoll sein: „Jetzt ist es dann gleich Zeit, heimzugehen. Komm zu Ende mit Deinem Spiel.“ Um dann schließlich festzustellen: „Ich habe jetzt Hunger und will nach Hause. Bitte steck deine Schaufel hier in die Tasche, damit wir aufbrechen können“

Vom Spielen zum Essen

„Schatz, in 5 Minuten gibt es Essen, bitte komm zu Ende mit Deinem Spiel.“

„Lisa, das Essen ist fertig. Ich decke jetzt noch den Tisch, dann wasche ich mit Dir die Hände.“

„Lisa, es ist Zeit zum Hände waschen. Bitte komm mit.“

Wie lange sind 5 Minuten?

Junge Kinder haben kein exaktes Zeitgefühl. Wenn wir von „5 Minuten“ sprechen, dann von „1 Minute“ und schließlich von „gleich“ oder „jetzt“, lernt unser Kind die Reihenfolge.

Eltern können mit Hilfe von Sanduhren das Verständnis von Zeit fördern: die große Sanduhr hat viel Sand, und der läuft länger durch den Engpass als der wenige Sand der kleinen Sanduhr.

So können Kinder konkret zusehen wie die Zeit verrinnt und erleben, was länger dauert und was schneller zu Ende ist.

DDann kann mein Kind auch besser damit umgehen, wenn ich sage: „In 3 Minuten bin ich für dich da, lass mich diese Arbeit noch beenden. Hier, wenn der Sand durchgelaufen ist, sind 3 Minuten um“.

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Babys Schock: Maskenpflicht für Eltern

Elten werden schon seit Wochen gebeten, möglichst ohne ihre Kinder zum Einkaufen zu gehen. Natürlich wäre es am besten, Kinder könnte zuhause spielen und ein Elternteil ginge zu Edeka. Doch das ist nicht in jeder Familie machbar: Alleinerziehende und Partner von systemrelevant berufstätigen Menschen können ihr kleines Kind nicht alleine im Auto oder zuhause lassen, und auch manch Elternteil im Homeoffice ist überfordert damit, gleichzeitig ein kleines Kind zu betreuen.

Seit 27.4.2020 besteht nun in Baden-Württemberg Maskenpflicht: beim Einkaufen, im öffentlichen Nahverkehr und überall dort, wo es nicht möglich ist, den notwendigen Abstand zu familienfremden Menschen zu wahren. Das ist sinnvoll und wichtig, damit wir andere nicht gefährden.

Kleine Kinder sind von dieser Verpflichtung ausgenommen. Dennoch werden manche von ihnen von dieser neuen Vorschrift sehr verunsichert. Eine Mutter beschreibt das erste gemeinsame Einkaufen mit ihrem 14 Monate alten Kind so:

Ich finde es langsam schwierig. Die Sache mit den Masken finde ich sehr befremdlich. Ich war gestern mit Friedrich im Gartencenter. Während ich die Masken aufhatte, hat er mich nicht angeschaut, nicht gelächelt und nicht geplappert. Er war völlig emotionslos und verstummt. Ich glaube für die Kleinen, die sich ja doch ständig bei den Eltern rückversichern, ob alles in Ordnung ist, ist das sehr schwierig.

Die Autorin ist dem Familienspielraum namentlich bekannt

Wo bisher Mamas lächelnder Mund Zuversicht und Bestätigung signalisierte, hängt nun ein Vorhang. Lediglich die die Augenpartie ist sichtbar.

Wir Erwachsene haben gelernt, die Fältchen in den Augenwinkeln als Lächeln zu interpretieren. Kinder verschleierter Eltern können auch damit umgehen. Also werden auch unsere Kinder lernen, mit der Alltagsmaske der Eltern zu leben.

In der Übergangszeit jedoch erfordert es viel Einfühlungsvermögen der Eltern, bis ihr Kind die Alltagsmaske als selbstverständliches Kleidungsstück akzeptiert.

Daher bitten wir jeden von Ihnen um Verständnis, wenn Sie beim Einkaufen erleben, dass eine Mutter oder ein Vater die Alltagsmaske vom Gesicht nimmt und seinem Kind beruhigend zulächelt.

Halten Sie ausreichend Abstand und lächeln Sie ebenfalls. So wird das kleine Kind schneller lernen, dass sich auch unter Alltagsmasken freundliche Gesichter verbergen können.

Vielen Dank!

Lest auch die Einschätzung von Herbert Renz-Polster zur Maskenpflicht für Eltern

Der Kinderarzt von „Kinder verstehen“ schreibt auf seinem Blog dazu – mit Video vom Still-Face-Experiment. Für Eltern ein must-read!