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Post-corona Situation in Familien

Der Lockdown ist überwunden, die Corona VO BW wurde bereits mehrfach gelockert, und im Alltag haben wir uns daran gewöhnt, mit MNS-Maske in die S-Bahn zu steigen und unseren Einkauf zu erledigen.

Ist das die neue Normalität?

Familien spüren die Pandemie auch in Ehningen noch deutlich. Der „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“ bedeutet: Beim ersten Schnupfen muss das Kind zuhause bleiben, und auch seine Geschwisterkinder ohne Krankheitssymptome dürfen die gemeinschaftlichen Bildungseinrichtungen nicht besuchen.

Wörtlich steht in der CoronaVO-Kita vom 29.6.2020 „Ausgeschlossen von der Teilnahme (…) Kinder, (…) die Symptome eines Atemwegsinfekts oder erhöhte Temperatur oder Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns aufweisen (…)“. Das KVJS u.a. hat hierzu verbindliche Orientierungshinweise gegeben, sowie einen Muster-Hygieneleitfaden: „Um ein Wiederaufflammen der Pandemie zu verhindern und zur Gewährleistung des Gesund-heitsschutzes in den Einrichtungen ist die Einhaltung von Hygienemaßnahmen gemäß den gemeinsamen Schutzhinweisen von KVJS, UKBW und LGA notwendig.“

Das leuchtet ein.

Aber wie viel Covid-19 haben die Kinder wirklich, die mit laufender Nase zuhause sitzen und ihre Spielkameraden vermissen?

Wer schon mal ein Kind in die Krippe oder den Kindergarten gegeben hat, der weiß, dass in den ersten Monaten ein Erkältungsinfekt auf den anderen folgt: die Nase läuft mal mehr, mal weniger, und bisher haben wir es alle für normal gehalten, kleinen Kindern immer wieder ein Taschentuch zu reichen.

Wie viele Kinder können unter diesen Bedingungen neu in die Bildungseinrichtungen für unsere Jüngsten aufgenommen werden?

Wie viel Zeit müssen Eltern weiterhin für die Betreuung ihrer Kinder zuhause einplanen, wie viele Arbeitgeber müssen hier Flexibilität zeigen?

Je mehr Kinder eine Familie hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie in den nächsten Wochen die Betreuung der Kinder selbst organisieren muss. Alle, die bereits im Lockdown seit März Homeoffice mit Kinderbetreuung unter einen Hut bringen mussten, wissen, wie schwer es ist, dem Kunden und den Kindern gleichzeitig gerecht zu werden.

Vor diesem Hintergrund unterstützen die Pädagoginnen vom Familienspielraum das Netzwerk der Eltern, die sich gegenseitig bei der Kinderbetreuung unterstützen können, sie gemeinsam im Garten spielen lassen, mit ihnen in den Wald gehen, wo sie über Stock und Stein weitab vom Gassi-Weg der übrigen Ehninger vielfältige Erfahrungen machen können und gut gelüftet abends müde in die Betten fallen.

Diese positiven Erlebnisse sind für das Immunsystem mindestens genau so wichtig wie die richtigen Tropfen und passende Kleidung.

Darüber hinaus machen die Pädagoginnen vom Familienspielraum während der Sommerferien Angebote für Familien mit Krippen- und Kindergartenkindern, damit auch sie bei ihren Ferien in Ehningen schöne Erlebnisse sammeln, die ihnen über die einsame Zeit der sozialen Quarantäne hinweg helfen können.

Alle Informationen zum Sommerangebot im Familienspielraum finden Sie hier.

Von Heidi, Spielraum Leiterin

Spielraum Leiterin nach Pikler seit 2006 für Eltern mit Kindern von 0 bis 10 Jahren
Fortbildungen für Erzieher*innen: Einführung in die Pikler- und Hengstenberg-Pädagogik seit 2014